Warum Tiere (und auch wir Menschen) eine anregende Umgebung brauchen
Wenn wir Tiere beobachten, wird eines schnell klar: ein leeres, liebloses Gehege bietet kein gutes Leben.
Tiere brauchen mehr als Futter und Sicherheit. Sie brauchen Anreize, Abwechslung und Möglichkeiten, sich mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen.
Genau darum geht es beim sogenannten Environmental Enrichment.
Und auch wenn Tiere und Menschen nicht gleichgesetzt werden können, zeigt sich hier etwas sehr Spannendes: Das Grundprinzip dahinter betrifft uns alle.
Was bedeutet Environmental Enrichment?
Der Begriff stammt aus der Tierhaltung und beschreibt Maßnahmen, die das Leben von Tieren reicher, abwechslungsreicher und artgerechter machen.
Es geht darum, natürliche Verhaltensweisen zu ermöglichen:
Entdecken, graben, suchen, knabbern, sich verstecken, sich bewegen und natürlich auch soziale Interaktion erleben können
Ein gut gestaltetes Umfeld sorgt dafür, dass Tiere aktiv bleiben, ausgeglichen sind und sich wohlfühlen.
Ein Beispiel vom Tierlacherhof
In unseren Kaninchengehegen arbeiten wir bewusst mit Environmental Enrichment:
Zweige zum Knabbern, kleine Häuschen und Unterstände, unterschiedliche Ebene und Versteckmöglichkeiten.
So entstehen kleine „Erlebnisräume“, in denen die Tiere selbst aktiv werden können.
Und genau das ist der entscheidende Punkt:
Nicht wir bespaßen die Tiere, die Umgebung lädt sie ein, aktiv zu sein.
Was das mit Kindern zu tun hat
Auch Kinder brauchen eine Umgebung, die sie anregt, ohne sie zu überfordern.
Eine Umgebung, die neugierig macht aber Sicherheit gibt, Spielräume eröffnet und Erfahrungen ermöglicht
Ein Kind, das immer nur „bespielt“ wird, lernt weniger als eines, das selbst entdecken darf.
Entwicklung entsteht dort, wo ein Kind ausprobieren darf, kleine Herausforderungen erlebt
eigene Lösungen findet.
Gerade Kinder mit wenig Selbstvertrauen profitieren enorm davon, wenn sie in einem geschützten Rahmen eigene Erfahrungen machen können.
Und was ist mit uns Erwachsenen?
Auch wir brauchen Enrichment, nur nennen wir es anders. Im Berufsleben zeigt sich das sehr deutlich: Zu wenig Herausforderung kann zu Boreout führen, zu viel Druck zu Überforderung.
Dazwischen liegt der Bereich, in dem wir wachsen.
Menschen brauchen Aufgaben, die sinnvoll sind, die fordern, aber nicht überfordern und so Entwicklung ermöglichen.
Eine „leere Umgebung“ gibt es nicht nur im Tiergehege sondern leider auch im Alltag vieler Menschen.
Wenn du spürst, dass Selbstvertrauen, Leichtigkeit oder Mut bei deinem Kind wachsen dürfen, braucht es oft einfach die richtige Umgebung.
Am Tierlacherhof begleite ich Kinder dabei – mit Tieren, Natur und viel Feingefühl.
Wenn dein Kind so einen Ort braucht, melde dich gerne bei mir.
Liebe Grüße
Deine Silke vom Tierlacherhof